Nachdem die Initiative „ProAltstadt“ die Stadt Hachenburg als eine von vielen möglichen Alternativen für die Weiterentwicklung des Einzelhandels in der Altstadt von Dinkelsbühl anführt und jüngst in einer Informationsveranstaltung mit Verbandsbürgermeister Peter Klöckner einen näheren Blick auf diese scheinbare Alternative geworfen hat, hat sich der Verein Forum Zukunft Dinkelsbühl e.V. ebenfalls mit der Stadt Hachenburg auseinandergesetzt.

Das sich daraus ergebende Bild geht deutlich mit den vermeintlichen Erfolgen Peter Klöckners auseinander: während seiner Amtszeit siedelte Klöckner außerhalb der Hachenburger Innenstadt ein Gewerbegebiet an, wo sich hauptsächlich Filialen von in Masse produzierenden Textilfirmen wiederfinden. Der innerstädtische Einzelhandel leidet inzwischen unter immer größer werdenden Leerständen, was auch zur Folge hatte, dass der Stadt noch 2017 das für große Produktqualität bürgende Prädikat „Q-Stadt“ aberkannt wurde. Die Anzahl von ursprünglich 15 Qualitätsbetrieben ist inzwischen deutlich gesunken.

Laut Aussage von Kommunalpolitikern der Stadt Hachenburg zeige der Fernsehbeitrag des ARD-Morgenmagazins keineswegs das alltägliche Besucheraufkommen in der rund 6000 Einwohner zählenden Stadt; dieser sei während des dortigen Weihnachtsmarktes entstanden. In dieser Zeit sei Hachenburg im Gegensatz zum Alltag überdurchschnittlich gut besucht. Es ist vielmehr davon die Rede, dass sich Hachenburg in einer schwierigen Situation befinde, zu der es bisher noch keine Lösungen gebe.

Viel überraschender ist, dass Hachenburg über ein gut frequentiertes Kino verfügt, ähnlich wie es in Dinkelsbühl an der Ellwanger Straße verwirklicht werden soll. Da verblüfft es viel mehr, dass die größten Widerstände gegen dieses Projekt aus den Reihen von „ProAltstadt“ stammen, zumal das geplante Kino von heimischen Investoren finanziert wird.

Schließlich wünscht sich das Forum Zukunft Dinkelsbühl eine auf Fakten und realen Tatsachen basierende Diskussion zum Wohle unserer Stadt. Auch wenn die Diskussionen um ein City-Outlet inzwischen beendet wurden, heißt dies nicht, dass die Zukunft des Einzelhandels nun gelöst ist. Es müssen noch immer Lösungen für die Leerstände und mangelnde Frequentierung der Altstadt gefunden werden. Man muss sich bewusst sein, dass ein „Weiter so“ den irreparablen Wandel der Altstadt zu einer reinen Wohnstadt zur Folge hätte und den Schutz der Altstadtbausubstanz massiv gefährden würde.

Hachenburg mitten unter der Woche: links ein Leerstand in einer leeren Gasse.

Auch die einstige Qualitätsstadt Hachenburg hat mittlerweile mit wachsenden Leerständen zu kämpfen.